Altmünchen im 19. Jahrhundert

Im vorletzten Jahrhundert begann sich das Stadtbild Münchens prägnant zu verändern. Die Industrialisierung hielt Einzug, verschiedene Regenten – allen voran die Könige Ludwig I., Maximilian II. und Prinzregent Luitpold – ließen Verwaltungs- und Kulturbauten errichten. Die Bevölkerungszahl wuchs, die Stadt erweiterte sich kontinuierlich. Auch die Bürgerschaft etablierte sich mehr und mehr und setzte sich beispielsweise mit dem Bau des Neuen Rathauses am Marienplatz ein imposantes Monument.
Insbesondere Künstler nahmen diese Veränderungen bewusst wahr und thematisierten sowohl die neuen Architekturen als auch die verschwindenden Bauten. Interessanterweise kam es dabei immer wieder vor, dass aus einer Art nostalgischer Auffassung heraus auch Bauwerke dargestellt wurden, die zu den Schaffenszeiten der Künstler schon gar nicht mehr existierten und lange davor abgerissen oder umgebaut worden waren.

Im Fokus dieses Albums stehen drei Künstler, von denen sich größere Konvolute in der Sammlung Graphik des Münchner Stadtmuseums befinden:

Der älteste, Carl August Lebschée (1800–1877), geboren in der Nähe von Posen, kam im Alter von sieben Jahren nach München, wo er eine gründliche Ausbildung in der bildenden Kunst erhielt. (Siehe: Brigitte Huber, Auf der Suche nach historischer Wahrheit. Carl August Lebschée (1800–1877) – Ein Münchner Künstlerleben, Hamburg 2000).

Joseph Puschkin (1827–1905) war gebürtiger Münchner und fertigte im Auftrag des Weinhändlers Edmund Neuner eine Galerie von 335 Aquarellen an, die allesamt Ansichten des alten Münchens zum Bildgegenstand hatten. (Siehe: Richard Bauer, Altmünchen. Der Maler Joseph Puschkin (1827–1905) und die Sammlung Neuner im Münchner Stadtmuseum, Weißenhorn 2017).

Während Lebschée und Puschkin in erster Linie in den graphischen Künsten reüssierten, machte sich August Seidel (1820–1904) vor allem als (Landschafts-)Maler einen Namen und war häufig in Ausstellungen vertreten.

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