Der Bildhauer Max von Widnmann (1812–1895)

Der Bildhauer Maximilian Carl von Widnmann (1812 in Eichstätt bis 1895 in München) ist namentlich nur wenigen bekannt, aber durch seine Werke in München an vielen Orten präsent.

Porträt-Büsten von seiner Hand finden sich in der Ruhmeshalle oberhalb der Theresienwiese, in den Flaucheranlagen und am Gärtnerplatz. Monumentale Standbilder stehen am Promenadeplatz, hier gepaart mit dem zeitgenössischen Michael-Jackson-Memorial, schmücken die Fassade der Glyptothek oder überragen die Stadt wie die Nike auf dem Maximilianeum. Er wirkt bei der Ausführung der Marmor-Reliefs am Siegestor mit und modelliert die eindrucksvollen Figuren des Castor und Pollux vor dem Eingang der benachbarten Akademie der Bildenden Künste.

Hier beginnt Widnmann als 16-jähriger 1828 seine Ausbildung, u.a. bei Ludwig Schwanthaler, dessen Begeisterung für klassische Themen er teilt und dessen Nachfolge als Akademie-Professor er zwanzig Jahre später antritt. Ein drei-jähriger Aufenthalt in Rom in den 1830er Jahren prägt ihn nachhaltig. Dort lernt er den berühmten Bildhauer Bertel Thorvaldsen kennen und es entstehen erste freie Arbeiten.

Zurückgekehrt nach München erfreut er sich bald der Gunst König Ludwig I., der ihn zunächst mit der Anfertigung von Büsten berühmter Persönlichkeiten und später zunehmend mit Aufträgen für überlebensgroße Standbilder beschäftigt. Auch nach der Abdankung als König in Folge der Lola-Montez-Affäre bleibt Ludwig I. für ihn wichtigster Auftraggeber.

Widnmann, der bereits 1851 eine Statuette Ludwigs modellierte, die wie er in seinen Erinnerungen schreibt "viel Beifall gefunden hat", gestaltet in den Jahren 1856-60 im Auftrag der Stadt München sein Hauptwerk, das Reiterstandbild König Ludwigs I. auf dem Odeonsplatz.

Widnmanns Werk wurde von der Anneliese Senger Stiftung publiziert: https://www.senger-stiftung.de/widnmanns-werk.html

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