Der Münchner Glaspalast

Der Münchner Glaspalast gehörte zu den frühesten Bauwerken aus Glas und Eisen auf dem Europäischen Kontinent. In einer Bauzeit von nur sieben Monaten wurde er für die "Allgemeine Ausstellung deutscher Industrie- und Gewerbs-Erzeugnisse" 1854 auf dem Gelände des alten Botanischen Gartens in der Maxvorstadt errichtet. Die Pläne stammen von August von Voit (1801–1880) und seinem Entwurfspartner Ludwig Werder (1801–1885), der als leitender Ingenieur der Nürnberger Maschinenfabrik Cramer-Klett die wegweisende Technik der Eisenkonstruktion in die Planung eingebracht hat. Die Firma wurde später als "Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG" (MAN) bekannt. Das Vorbild für den Glaspalast war der 1851 zur Weltausstellung in London entstandene "Crystal Palace".

Die Münchner Ausstellung, auf der über 7.600 Anbieter vertreten waren, wurde durch den Ausbruch der Cholera-Epidemie kurz nach ihrer Eröffnung um den Erfolg gebracht. Zur weiteren Nutzung war das flexible Bauwerk als Gewächshaus, öffentliche Badeanstalt und als Übungshalle für das Militär im Gespräch. Schließlich wurde es in den folgenden Jahrzehnten für die große Münchner Kunstausstellung berühmt. 1931 brannte der Glaspalast – vermutlich nach einer Brandstiftung – vollständig ab.

[aus: Wolfgang Till, Thomas Weidner (Hrsg.): Typisch München. Die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum, 2012, S. 145]

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