Familie

Vater-Mutter-Kind, kleinste Zelle der Gesellschaft, Überbleibsel einer evolutionären Anpassung zur Existenzsicherung oder die Drag-Houses der New Yorker Ballroom-Szene? Der Begriff "Familie" und dessen Verständnis wie Funktion sind je nach Kontext, Gesellschaft, individuellen Erfahrungen und aktuellem Lebensabschnitt so unterschiedlich und vielfältig wie es Menschen gibt.

Ursprünglich kommt das Wort wahrscheinlich aus dem protoitalienischen "famela" für "wohnen" und bezeichnete damit in der Antike eine Einheit des Zusammenwohnens. Noch im Mittelalter steht die Familie für die Hausgenossenschaft, die auch Knechte und Mägde einschloss. Erst ab Ende des 17. Jahrhunderts wird es zum Synonym für Verwandtschaft, was dann in der Fixierung auf die Familie im Bürgertum des Biedermeier seinen Höhepunkt fand. Heute leben wir in einer Zeit der Pluralisierung von Lebens- und Familienentwürfen, wobei das Wort "Familie" für weit mehr steht als für reine Verwandtschaft, sondern vielmehr für (selbstgewählte) Zusammengehörigkeit.

Anhand von Momentaufnahmen, privaten Erinnerungsstücken und Reklameplakaten verfolgt dieses sammlungsübergreifende Album die verschiedenen Konzepte durch mehr als zwei Jahrhunderte. Durch die frühen Schwerpunkte auf Spielzeug und familiäre Lebenswelten in der Sammlungsgeschichte des Münchner Stadtmuseum ist dabei besonders der Wandel in (Selbst-)Verständnis und Repräsentation von Familie sichtbar.

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