Fotografie: Das Hofatelier Elvira

Das Hofatelier Elvira ist eines der wenigen heute noch bekannten Fotostudios der florierenden Atelierlandschaft Münchens um 1900. Neben der beachtlichen Bandbreite an Porträts der Münchner Aristokratie über Künstler*innen bis hin zu Frauenrechtlerinnen und der kühnen Jugendstil-Fassade des Ateliers, stehen die Namen seiner Gründerinnen Anita Augspurg und Sophia Goudstikker für ihre Leistungen in der Münchner und der internationalen Frauenbewegung.

Augspurg und Goudstikker eröffneten das Atelier Elvira im Sommer 1887. Als Unternehmerinnen in dem von Männern beherrschten Feld der Atelierfotografie nutzten sie ihre Einzelstellung und sprachen gezielt Frauen und Mütter an, die die besondere Atmosphäre des Ateliers schätzten. Das und ihre Spezialisierung auf Kinderporträts sorgte für einen schnellen wirtschaftlichen Aufstieg, steigendes Ansehen und die Erweiterung der Kundschaft um die bessere Münchner Gesellschaft. 1898 war mit der Ernennung Goudstikkers zur ersten „Königlich Bayerischen Hofphotographin“ und dem Umzug in das von August Endell entworfene Atelier der Erfolg des Unternehmens gesichert.

1907 verkaufte Augspurg ihren Anteil an Goudstikker, die das Atelier ein Jahr später an eine Nachfolgerin übergab. Mit deren Tod 1928 endete die Zeit des Münchner Hofatelier Elvira. Endells Bau hat nicht viel länger überlebt: Das spektakuläre Fassadenornament wurde 1937 auf Betreiben der NSDAP entfernt und das Gebäude schließlich im Zweiten Weltkrieg zerstört.

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