Fotografie: Oktoberfest-Bilder von Philipp Kester

"Auszapft is!" schrieb die Süddeutsche Zeitung, als im April der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder und der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter die Absage des diesjährigen Oktoberfestes verkündeten. Um die aktuelle Wiesn-Sehnsucht und das Warten aufs nächste Jahr ein wenig zu versüßen, finden Sie hier unser neues Oktoberfest-Album. Die Fotografien stammen von dem Münchner Fotografen und frühen Bildjournalisten Philipp Kester (1873–1958), der das Volksfest ab etwa 1906 regelmäßig besuchte und fotografisch dokumentierte.  

Die nostalgisch anmutenden Fotos schoss Philipp Kester zur Publikation in Illustrierten oder als Postkarten und waren keineswegs rein ästhetisch begründet. Kester, der als unternehmerischer Fotograf und Publizist auf den Verkauf seiner Fotos angewiesen war, suchte nach lukrativen Motiven. Die Schausteller*innen vor ihren Attraktionen, Luftballonstände und die Trachten- und Schützenzüge waren beliebt und versprachen einen guten Absatz.

Zugleich finden sich unter den Oktoberfest-Fotografien eine Vielzahl von Bildern, deren Fokus auf das hinter den Kulissen arbeitende Volk gerichtet ist. Fassrollende Biermänner, maßkrugwaschende Kellnerinnen und die sogenannten „Papierweiberl“, die den Papierabfall auf der Theresienwiese aufsammelten, zeigen eine Seite des Volksfestes, die den Besucher*innen normalerweise verborgen blieb.

Eine weitere Besonderheit im Album stellt die Serie der Fotografien des Rundfunkjounalisten Otto Willi Gail von 1936 dar. Gail, der mit einem Aufnahmewagen des „Reichssender München“ auf der Festwiese unterwegs war, steht stellvertretend für den Einsatz des Rundfunks als wichtigstes Propagandamittel der Nationalsozialisten ab 1934.

 

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