Jugendstil

Jugendstil, auch Art nouveau genannt, steht als Sammelbegriff für mehrere europäische Strömungen in der Architektur und Kunst um 1900, denen die Abkehr vom Historismus gemeinsam war. Neben dem geometrischen und dem sachlich-reduzierten Stil entwickelte sich in Anlehnung an die Natur der florale Jugendstil. Kennzeichnend dafür sind organische Formen, die sich aus Linien zusammensetzen und großflächige asymmetrische Ornamente und Motive bilden.

München gilt neben Wien und Darmstadt als Ausgangspunkt und Zentrum des Jugendstil im deutschsprachigen Raum, insbesondere im Bereich Architektur und Kunsthandwerk. Der deutsche Name des Jugendstil geht zurück auf die einflussreiche Münchner Kunst- und Literaturzeitschrift „Jugend – Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben“, die 1896 von Georg Hirth gegründet wurde.

Ein Schwerpunkt des Jugendstil war das Kunsthandwerk, dem in der Vereinigung mit Architektur und Inneneinrichtung als Bestandteil eines Gesamtkunstwerks besondere Bedeutung zukam. Vorbild dafür war die Arts-and-Crafts-Bewegung in Großbritannien, die eine Antwort auf die wachsende Industrialisierung und der damit einhergehenden Angst vor dem Verlust handwerklicher Traditionen war. Statt maschineller Massenproduktion sollte Kunst in Einheit mit dem Handwerk in das alltägliche Leben integriert werden und so mehr Menschen zur Verfügung stehen.

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