Reklamekunst: Ludwig Hohlwein

Ludwig Hohlwein (1874–1949) zählt zu den mit Abstand erfolgreichsten Münchner Werbekünstlern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als "Münchner Plakatkönig" genoss er weit über die Stadtgrenze hinaus einen exzellenten Ruf als Gebrauchsgrafiker.

Gerade in der Zeit um 1910, als seine Kunst im Zenit stand, wurde sein Name zum Markenzeichen für die unterschiedlichsten Produkte. Seine wichtigsten Auftraggeber gehörten zum Bereich des gehobenen Konsums wie zum Beispiel Luxusreisen, Sport und Jagd. Bis auf den heutigen Tag haben sich einige seiner Motive als werbewirksam erwiesen und sind weiterhin in Verwendung.

Das künstlerische Werk Ludwig Hohlweins ist durch einen eklatanten Widerspruch geprägt. Auf der einen Seite verstand er es, Dynamik und Modernität virtuos ins Bild zu setzen. Andererseits bediente er mit seinen Arbeiten aber gleichermaßen eine vom konservativen bis zum nationalsozialistischen Spektrum reichende Thematik. Die Entwicklung zu einem der führenden Vertreter der NS-Propaganda dürfte Hohlwein in seinem national-konservativen Selbstverständnis nicht schwergefallen sein. Ähnlich nachhaltig wie Hitlers Leibfotograf Heinrich Hoffmann (1885–1957) prägte er das visuelle Erscheinungsbild des "Dritten Reichs".

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Hohlwein im Zuge der Entnazifizierung als politisch Belasteter zunächst Berufsverbot. Danach arbeitete er bis zu seinem Tod als Gebrauchsgrafiker in seinem Atelier in Berchtesgaden. Wohl eher wegen mangelnder Aufträge infolge der allgemeinen Warenverknappung in der unmittelbaren Nachkriegszeit als aufgrund seiner politischen Belastung entwarf er nach dem Krieg nur noch wenige Plakate.

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