Stadtkultur: LGBTI*

München sucht seine LGBTI*-Geschichte“ – Die Dokumentation der LGBTI*-Geschichte der Münchner Stadtgesellschaft

Die lesbische, schwule, bi*, trans* und inter* Geschichte ist auch in München stark geprägt vom Kampf um gesellschaftliche Akzeptanz und Sichtbarkeit. Die Eintragung von Lesben und Schwulen in sogenannte rosa Listen durch die Münchner Polizei bis in das Jahr 1987, der repressive Umgang mit Homosexuellen von Seiten der bayrischen Landes- und Münchner Kommunalpolitik während der sogenannten Aids-Krise sowie die bundesweite Strafverfolgung gleichgeschlechtlicher Liebe nach dem Paragraphen §175 bis in das Jahr 1994 stellen hier nur einige Beispiele der Verfolgungsgeschichte dar.

Gleichzeitig erhielt die Münchner Aids-Hilfe 1984 als erste regionale Selbsthilfegruppe schwuler Männer den Status der Gemeinnützigkeit und mit dem Einzug in den Münchner Stadtrat gelang es der Rosa Liste 1996 als erste lesbisch-schwule Wähler*innenvereinigung Europas einen Sitz in einem Kommunalparlament zu erlangen.

Heute zeigt sich München mit den zahlreichen, breit gefächerten und sehr aktiven Netzwerken, Vereinen, Verbänden, Einrichtungen und Kollektiven als offene Hauptstadt eines konservativ geprägten Bundeslandes.

LGBTI* (lesbian, gay, bi, trans*, inter*) Communitys haben sich zu einem selbstverständlichen und präsenten Teil des Münchner Stadtlebens entwickelt. Bislang wurde dieser Teil der Münchner Stadtgeschichte jedoch von städtischer Seite nur punktuell dokumentiert.

Um die Bedeutung dieses Themenbereichs für die Münchner Stadtgeschichte nun sichtbar zu machen und einen Zulauf von einschlägigen Objekten und Erinnerungsgegenständen in die städtische Sammlung zu generieren, startete das Münchner Stadtmuseum Anfang 2019 in Kooperation mit dem forum homosexualität münchen e.V. und dem Stadtarchiv München den Sammlungsaufruf „München sucht seine LGBTI* Geschichte“. Ziel ist es, die lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Geschichte Münchens umfänglich zu sammeln und zu bewahren, um so die diverse und vielfältige Stadtgesellschaft in der Sammlung Stadtkultur abbilden zu können.

Wegen der Neuheit dieser Sammlungsthematik, fällt der Umfang des Albums noch sehr gering aus. Mit dem Erhalt und der Übernahme weiterer Objekte in die Sammlung soll das Album sukzessive ergänzt werden. Das Münchner Stadtmuseum möchte sich damit auch als dauerhafte Anlaufstelle für die Dokumentation der Münchner LGBTI* Geschichte etablieren, um diese gleichzeitig als selbstverständlichen Teil der Münchner Stadtgeschichte zu positionieren.

 

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