Von Parish Kostümbibliothek: Modeaquarelle von Jules David

Modebilder sind größtenteils handkolorierte Druckgrafiken, die seit Ende des 18. Jahrhunderts vor allem Mode- und Gesellschaftsblättern beigelegt wurden. Sie informieren über die aktuelle Mode und kündigen die neuesten Trends der Saison an. Doch wie entstanden Modebilder? Wer waren die Protagonist*innen und wie schnell wurden die Darstellungen gefertigt, um die Modelle rasch in Umlauf zu bringen?

In der Grafiksammlung der Von Parish Kostümbibliothek finden sich 33 aquarellierte Vorlagen zu Modebildern des Pariser Modezeichners Jules David (1808–1892), davon 31 zu Grafiken im international erfolgreichen Modejournal "Le Moniteur de la mode" (Paris, 1843–1913) aus dem Verlagshaus Adolphe und Abel Goubaud. Die redaktionellen Anmerkungen auf den Modeaquarellen haben großen Anteil am Verständnis der Produktion eines Modejournals und besonders der modegrafischen Beilagen. Es finden sich Angaben zum Zeitpunkt der Einreichung der Zeichnung oder zur avisierten Journalausgabe sowie Anweisungen für den Grafiker bezüglich Bildausschnitt oder Kolorierung des gestochenen Modebildes.
Jules David arbeitete von 1843 bis zu seinem Tod 1892 exklusiv für Adolphe und Abel Goubaud und legte rund 2.600 Vorlagen zu Modebildern im Moniteur und dessen Schwesterjournalen vor. Sie wurden 1893 auf der Weltausstellung in Chicago gezeigt und vermutlich im Anschluss von Seiten des Verlages veräußert. Die 33 Aquarelle der Von Parish Kostümbibliothek stellen eines der weltweit größten bekannten Konvolute aus dem Vorlagenschatz dar. Weitere liegen im Victoria & Albert Museum in London (39) und im Palais Galliera in Paris (24).

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