Provenienz: Silber aus ehemals jüdischem Besitz
Die Leihämter organisierten die sogenannte "Verwertung" der eingelieferten Gegenstände und boten sie zum Verkauf an. Münchner Museen, die Stadtverwaltung und die Münchner selbst erhielten die Gelegenheit, Zier- und Tafelsilber weit unter Marktwert zu erwerben. Das Stadtmuseum hat in insgesamt sieben Ankäufen vor allem Tafelsilber von Münchner Silberschmieden des 18. und 19. Jahrhunderts aus diesem Bestand erworben. Insgesamt 212 Silberobjekte aus dieser Zwangsabgabe wurden zu einem deutlich unter dem Marktwert liegendem Grammpreis angekauft.
Im Rahmen der Wiedergutmachungsverfahren nach 1945 gab das Museum 69 Silbergegenstände an die rechtmäßigen Eigentümer*innen zurück. Weitere drei Objekte gelten als Kriegsverluste. Die 140 verbliebenen Silberobjekte im Museumsbestand wurden 2012 in die Lost Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste eingestellt. Neue Aktenfunde im Jahr 2022 ermöglichten die Zuordnung von 137 der 140 Objekte zu 46 Familien. Seitdem ist das Münchner Stadtmuseum damit befasst, die Familiengeschichten zu recherchieren, nach Erb*innen zu suchen und die Objekte zu restituieren.
Weitere Informationen finden Sie im Beitrag Silberobjekte aus der sogenannten "Silberzwangsabgabe".