Titel / Kurzbeschreibung
12 Kaffeelöffel
Datierung
1819 und 1824
Objektart
Löffel
Material
Silber
Maße
15,8 cm
Signatur / Beschriftung
Vorderseite des Stieles graviert mit den Buchstaben "JRK"; Meisterzeichen "Wollenweber", Beschauzeichen
Personen / Institutionen
Ausgestellt
nein
Sammlung
Angewandte Kunst
Inventarnummer
K-39/1009.1-12
Provenienz
Silberobjekte aus der sogenannten Silberzwangsabgabe:
Im Bestand des Münchner Stadtmuseums Sammlung Angewandte Kunst befanden sich bis 2023 140 Silberobjekte aus der sogenannten Silberzwangsabgabe, die das Museum in den Jahren 1939 und 1940 vom Städtischen Leihamt erworben hatte. Grundlage war die reichsweit erlassene „Dritte Anordnung aufgrund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden“ vom 21. Februar 1939. Diese zwang Jüdinnen*Juden, alle Gegenstände aus den Edelmetallen Gold, Silber und Platin bei den örtlichen Leihämtern abzuliefern. Allein in München summierten sich die abgegebenen Wertgegenständen auf nahezu zehn Tonnen. Das Münchner Stadtmuseum erwarb insgesamt 212 Silberobjekte aus dieser Zwangsabgabe zu einem deutlich unter dem Marktwert liegendem Grammpreis. Im Rahmen der Wiedergutmachungsverfahren nach 1945 gab das Museum 69 Silbergegenstände an die rechtmäßigen Eigentümer*innen zurück. Weitere drei Objekte gelten als Kriegsverluste. Die 140 verbliebenen Silberobjekte im Museumsbestand wurden 2012 in die Lost Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste eingestellt. Neue Aktenfunde im Jahr 2022 ermöglichten die Zuordnung von 137 der 140 Objekte zu 46 Familien. Seitdem ist das Münchner Stadtmuseum damit befasst, die Familiengeschichten zu recherchieren, nach Erb*innen zu suchen und die Objekte zu restituieren.
Zu den Silberobjekten aus der sogenannten Silberzwangsabgabe: https://www.muenchner-stadtmuseum.de/sammlungen/provenienz/silberDie Herkunft des Objekts: Die Familie Mayer
Die Kaffeelöffel musste Dr. Eugen Leopold Mayer zwangsweise beim Städtischen Leihamt München abgeben, wo sie das damalige Historische Museum am 18. November 1939 erwarb. Eugen Leopold Mayer wurde am 4. März 1896 in München als einziges Kind des Kaufmanns Isaak Mayer und seiner Frau Isabella geboren. Sein Medizinstudium musste er während des Ersten Weltkriegs unterbrechen, in dem er als Soldat diente. 1922 promovierte er und erhielt seine Approbation als Arzt. 1928 heiratete Eugen Mayer die ebenfalls promovierte Gertrud Clara, geb. Hirsch. 1930 wurde ihre Tochter Rosemarie geboren. 1938 verlor Eugen die Approbation, durfte nur noch als sogenannter „jüdischer Krankenbehandler“ arbeiten. 1939 floh die Familie nach New York, wo Tochter Rosemarie kurz nach der Ankunft starb. 1943 wurde Sohn Robert James geboren. Eugen Leopold Mayer verstarb am 25. Januar 1972 im New Yorker Nassau County.Restitution:
Im April 2024 erfolgte die Rückgabe der zwölf silbernen Kaffeelöffel an die Nachfahr*innen von Eugen Leopold Mayer in den USA.
Im Bestand des Münchner Stadtmuseums Sammlung Angewandte Kunst befanden sich bis 2023 140 Silberobjekte aus der sogenannten Silberzwangsabgabe, die das Museum in den Jahren 1939 und 1940 vom Städtischen Leihamt erworben hatte. Grundlage war die reichsweit erlassene „Dritte Anordnung aufgrund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden“ vom 21. Februar 1939. Diese zwang Jüdinnen*Juden, alle Gegenstände aus den Edelmetallen Gold, Silber und Platin bei den örtlichen Leihämtern abzuliefern. Allein in München summierten sich die abgegebenen Wertgegenständen auf nahezu zehn Tonnen. Das Münchner Stadtmuseum erwarb insgesamt 212 Silberobjekte aus dieser Zwangsabgabe zu einem deutlich unter dem Marktwert liegendem Grammpreis. Im Rahmen der Wiedergutmachungsverfahren nach 1945 gab das Museum 69 Silbergegenstände an die rechtmäßigen Eigentümer*innen zurück. Weitere drei Objekte gelten als Kriegsverluste. Die 140 verbliebenen Silberobjekte im Museumsbestand wurden 2012 in die Lost Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste eingestellt. Neue Aktenfunde im Jahr 2022 ermöglichten die Zuordnung von 137 der 140 Objekte zu 46 Familien. Seitdem ist das Münchner Stadtmuseum damit befasst, die Familiengeschichten zu recherchieren, nach Erb*innen zu suchen und die Objekte zu restituieren.
Zu den Silberobjekten aus der sogenannten Silberzwangsabgabe: https://www.muenchner-stadtmuseum.de/sammlungen/provenienz/silberDie Herkunft des Objekts: Die Familie Mayer
Die Kaffeelöffel musste Dr. Eugen Leopold Mayer zwangsweise beim Städtischen Leihamt München abgeben, wo sie das damalige Historische Museum am 18. November 1939 erwarb. Eugen Leopold Mayer wurde am 4. März 1896 in München als einziges Kind des Kaufmanns Isaak Mayer und seiner Frau Isabella geboren. Sein Medizinstudium musste er während des Ersten Weltkriegs unterbrechen, in dem er als Soldat diente. 1922 promovierte er und erhielt seine Approbation als Arzt. 1928 heiratete Eugen Mayer die ebenfalls promovierte Gertrud Clara, geb. Hirsch. 1930 wurde ihre Tochter Rosemarie geboren. 1938 verlor Eugen die Approbation, durfte nur noch als sogenannter „jüdischer Krankenbehandler“ arbeiten. 1939 floh die Familie nach New York, wo Tochter Rosemarie kurz nach der Ankunft starb. 1943 wurde Sohn Robert James geboren. Eugen Leopold Mayer verstarb am 25. Januar 1972 im New Yorker Nassau County.Restitution:
Im April 2024 erfolgte die Rückgabe der zwölf silbernen Kaffeelöffel an die Nachfahr*innen von Eugen Leopold Mayer in den USA.
Zugang
Ankauf
1939
Creditline
Münchner Stadtmuseum, Sammlung Angewandte Kunst