Licht und Schatten

Scherenschnitt und Schattenriss gehören zu den traditionsreichsten künstlerischen Techniken der Welt. Ihre Ursprünge liegen in Asien, von wo sie im 17. Jahrhundert den Weg nach Europa fanden. Auch das Schattenspiel, das in China, Indonesien oder Kambodscha zu den ältesten Formen des Volkstheaters zählt, wurde im Zuge dessen auf europäischen Bühnen adaptiert. Großer Beliebtheit erfreute sich im 18. Jahrhundert die Silhouette. Benannt ist sie nach Étienne de Silhouette, dem überaus sparsamen Generalkontrolleur der Finanzen unter Ludwig XV., der dem preisgünstigen Schattenriss gegenüber teuren Ölgemälden bei der Ausschmückung seiner Wohnräume den Vorzug gab. Als erschwingliche Alternative zur Malerei ermöglichte es die Silhouette einer wachsenden bürgerlichen Schicht, ein Porträt von sich anfertigen zu lassen. Als Hilfsmittel diente dabei ein sogenannter „Silhouettierstuhl“, an dem ein mit transparentem Papier bespannter Rahmen befestigt war. Das Sammeln und Tauschen von Silhouetten als Tuschezeichnung und Scherenschnitt im Kleinformat entwickelte sich schnell zur gesellschaftlichen Modeerscheinung.

Wie sieht Ihre Silhouette aus? In der Ausstellung (K)ein Puppenheim. Alte Rollenspiele und neue Menschenbilder (bis 7. Januar 2024) können Sie es herausfinden: Nehmen Sie auf unserem modernen Silhouettierstuhl Platz und lassen Sie sich mit dem Smartphone fotografieren. Einige der Stücke aus diesem Album sind in der Ausstellung im Original zu betrachten. Ergänzt werden sie durch Kunstwerke aus der Sammlung Goetz, die das Schattenspiel aus zeitgenössischer Perspektive neu interpretieren.

Teilen

Alle Alben

Zurück